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Neues Waffengesetz

HEGERING ANGERLAND

Bundestag beschließt neues Waffengesetz

Waffen müssen künftig in Schränken der Sicherheitsstufe Null aufbewahrt werden. DJV begrüßt Nachbesserungen beim Bestandsschutz.

19. Mai 2017, Berlin (DJV). Der Bundestag hat gestern Abend Änderungen des Waffengesetzes beschlossen. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen. Die Änderungen treten dann nach Veröffentlichung im  Bundesgesetzblatt in Kraft. Dies kann noch mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Die für Waffenbesitzer wichtigste Änderung betrifft die Vorschriften  zur Waffenaufbewahrung.

Diese wurden verschärft: Nach der Neuregelung  müssen erlaubnispflichtige Schusswaffen in einem Waffenschrank der Stufe 0  nach EN 1143-1 aufbewahrt werden. Allerdings gilt ein Bestandsschutz für die bisher benutzten Schränke: Nach den ursprünglichen Plänen  des Bundesinnenministeriums hätten sich die ca. 1,5 Mio. legalen  Waffenbesitzer (in erster Linie Jäger, Sportschützen und Sammler historischer Waffen) nach fünf Jahren mit neuen Waffenschränken ausstatten müssen. Nun  dürfen die bereits genutzten Schränke auch darüber hinaus weitergenutzt werden. Dies gilt auch für neu erworbene Waffen, sofern die Kapazität des  vorhandenen Schrankes ausreicht.

Wer nach dem Inkrafttreten der Änderung  erstmals eine Waffe erwirbt oder einen neuen oder weiteren Waffenschrank  kauft, muss dagegen einen Schrank nach den neuen Normen kaufen.

DJV  und FWR haben Verschärfung abgelehnt
 Der Deutsche Jagdverband (DJV) hatte  gemeinsam mit den im Forum Waffenrecht (FWR) zusammengeschlossenen Verbänden  zum Gesetzentwurf Stellung genommen und die Anpassung an aktuelle Normen zwar  begrüßt, aber eine deutliche Verschärfung abgelehnt. Die bisher maßgebliche VdMA-Norm wird nicht mehr aktualisiert und überwacht, daher war eine Anpassung nachvollziehbar. Allerdings wäre nach Auffassung der Verbände eine Anpassung an die Stufen S1/S2 nach Euronorm ausreichend gewesen. "Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet" sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut  Dammann-Tamke, denn illegale Waffen kämen meist aus illegalen Einfuhren und  nicht aus Wohnungseinbrüchen. Hundertprozentige Sicherheit sei eine Illusion und die bisherigen Standards ausreichend, sagte Dammann-Tamke weiter. Zudem  sei die Datengrundlage für eine Verschärfung  nicht ausreichend.

Bestandsschutz für alte Waffenschränke ausgeweitet
Begrüßt haben die beiden Verbände allerdings einen umfassenden Bestandsschutz  für Waffenschränke zugunsten der Besitzer. In ihrer Stellungnahme haben DJV  und FWR weitreichende Nachbesserungen beim vorgeschlagenen Bestandsschutz  gefordert, die in zentralen Punkten erfüllt wurden. Gegenüber dem  ursprünglichen Gesetzentwurf hat der Bundestag den Bestandsschutz für Besitzer alter Waffenschränke ausgeweitet. Bisher genutzte Schränke dürfen  nicht nur unbefristet weitergenutzt werden. Sondern die Regelung gilt nach den Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren auch für Mitbewohner,  die ihre Waffen gemeinsam aufbewahren. Anders als im Entwurf ursprünglich vorgesehen, handelt es sich bei der fahrlässigen Falschaufbewahrung von Munition nach wie vor um eine Ordnungswidrigkeit. Nach dem Regierungsentwurf sollte es sich dabei künftig um eine Straftat handeln.  Auch dies hatten DJV und FWR als unverhältnismäßig  kritisiert.

Verfassungsschutz-Abfrage nicht verpflichtend
Die Änderung des Waffengesetzes befasst sich inhaltlich auch mit dem Anliegen des Bundesrates, für die Überprüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit eine Abfrage bei den Verfassungsschutzbehörden verpflichtend zu machen. Diese Anliegen hatten nicht nur DJV und FWR, sondern auch die Bundesregierung  in ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf des Bundesrates  erfolgreich kritisiert: Eine verpflichtende Abfrage wird es auch künftig nicht geben, sie ist aber weiterhin möglich. Ein jetzt gefundener Kompromiss trägt einerseits den geäußerten Bedenken Rechnung. Andererseits werden durch eine Änderung des Waffenregister-Gesetzes die Möglichkeiten der  Behörden verbessert, den Erwerb von Schusswaffen durch Personen  mit verfassungsfeindlichen Motiven zu verhindern. Weitere Änderungen betreffen insbesondere das Verwaltungsverfahren und beseitigen technische  Mängel vorheriger Gesetzesänderungen. Schließlich wird eine neue, zeitlich befristete, Amnestieregelung eingeführt. Damit soll es ermöglicht werden, illegal besessene Waffen und Munition straffrei bei den Behörden abzugeben.  Der Bundestag hat in der gestrigen Sitzung außerdem einen weitergehenden  Antrag der Grünen für ein deutlich restriktiveres Waffengesetz abgelehnt.

Mit der Umsetzung der kürzlich geänderten Europäischen Feuerwaffenrichtlinie hat die aktuelle Änderung des Waffengesetzes noch  nichts zu tun. Deren Umsetzung wird Aufgabe der neuen Bundesregierung nach der Bundestagswahl am 24. September 2017 sein.

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